Wer hätte das gedacht?  

Hallo ihr lieben Leser!

In diesem Post geht es über meine Ernährung.  Früher und heute. Und es hat sich so viel getan. Niemand hätte das gedacht.  Weder ich noch meine Familie. 

Früher sah meine Ernährung so aus:

Wenn ich gerade eine Diät gemacht habe,  hielt ich mich mit zusammen gebissenen Zähnen sklavisch daran. Das oberste Gebot war: Ich darf nicht, gefolgt von dem zweiten: ich muss.  Was ich ich nicht kannte (Obst, Gemüse, Fleisch usw), aber probieren sollte,  scheiterte der Versuch schon im Vorfeld.  Weil ich vermutete,  dass es mir zu 90% nicht schmecken wird. Dazu kam noch, dass ich mich gesund ernähren musste (Gewichtsreduktion), aber eigentlich was ganz anderes essen wollte. Und so kam wie es wie es kommen musste: es schmeckte mir nicht – bis hin zum Brech- und Würgereiz.

Wenn ich essen durfte, was ich wollte,  war ich ein Pudding-Vegetarier. Kekse, Pudding, Süßigkeiten,  süße Mehlspeisen,  Marmeladensemnel, Toast mit Nutella,  Fastfood,  Fertiggerichte, Limonade, Cola, Eistee, Instanttee, Zuckertoast (Toast, Butter und Zucker), Zucker pur, Nutella pur, als Beispiel. 

Ich hatte auch diese tollen Tipps ausprobiert: wenn man Gummibärchen essen will, soll man Weintrauben essen.  Funktioniert.  Überhaupt gar nicht.  Genau so toll funktionierte es statt Kartoffelchips Karotten und statt Marmeladensemnel Knäckebrot mit fettarmen Kräuterfrischkäse zu essen.  Funktioniert das bei euch? 

Und wenn ich dann mal das Essen durfte was ich wollte,  kam die Gier. Schwupps war eine Tafel Schokolade weg. Und das schlechte Gewissen da. 

Meine Eltern haben immer versucht mir die gesunde und ausgewogene Ernährung nahezulegen. Es wurde und wird auch so gekocht. Meine Eltern und mein Bruder sind schlank. Es wurde auch möglichst wenig bewusst Druck ausgeübt,  aber ich spürte natürlich die Missgunst von allen. Mit jedem Pfund an Übergewicht stieg der Druck von außen. 

Am Anfang Januar 2017 fing ich die nächste Diät an. Über Facebook entdeckte ich Juice Plus und war begeistert.  Man trinkt 2 x am Tag einen Shake mit Obst, 1x darf man essen was man möchte,  dazwischen gibt es Obst, Gemüse und Müsliriegel (von Juice Plus). Zusätzlich nahm ich noch die Obst-, Gemüse – und Beerenauslese-Kapseln.

Natürlich war ich auch hier am Anfang Feuer und Flamme.  War begeistert.  Die Pfunde purzelten.  

Doch irgendwann kam ich auch damit nicht zurecht.  Da ich einen verkleinerten Magen habe, konnte ich zu der einen freien Mahlzeit nicht genug essen.  Ich fror wie sonst was, trotz Massen an Tee, Ingwer und wärmer Kleidung,  Ich versuchte es noch mit anderen Tricks,  aber hatte dann keine Lust mehr. Ich hörte auf, nahm aber die Kapseln weiterhin. 

Was nun? Die nächste Diät? Ich hatte bereits alles ausprobiert.  Wie von Zauberhand gerufen war im Mai in der Lea Hamann Academy das Thema liebevolle Ernährung. 

Es gab drei sehr interessante Webcasts und im Forum selber sehr viele interessante Posts.  Ich erfuhr, dass andere sich früher auch total mit der Ernährung stressen, es aber geschafft haben,  jeglichen Druck, Stress, veraltete Glaubenssätze und Dogmen zu entfernen. 

Ich erfuhr auch, dass man dazu neigt, bei Problemen im Außen zu suchen, statt in einem drinnen, statt von innen nach außen zu handeln) Das bedeutet: Meine Ernährung stimmt nicht und ich bin zu schwer (=Problem)  – also versuche ich es mit einer Diät (welche von außen kommt und die Wurzel des Problems kaum oder gar nicht berührt). Statt dessen kann man versuchen,  in einen selber rein zu spüren.  Was brauche ich? Was braucht mein Körper?  Brauche ich die Süßigkeiten jetzt wirklich (weil ich jetzt was süßes will) oder steckt da ein ganz anderes Bedürfniss dahinter (ich brauche Trost, brauche Stärkung, brauche Kraft usw) oder sogar ein veralteter Glaubenssatz (ich darf keinen Hunger haben und somit darf ich auch nichts essen – habe aber Hunger – traue mich nicht, was vernünftiges zu essen,  also nasche ich was). 

Ich hatte die Diäten,  das Hungern, die Verbote, die Fressattacken, das lieblose In-sich-hinein-stopfen, die Wut auf mich selber,  das gestörte Verhältnis zur Nahrung leid. 

Das muss doch auch anders gehen! 

Und somit beschloss ich keine Diäten mehr zu machen und auch keine Kalorien mehr zu zählen.  

Auf der einen Seite war das so dermaßen erlösend und entspannend,  auf der anderen Seite fühlte ich die Panik von meinem Umfeld.  Um Gottes Willen – das kann sie doch nicht machen!  

Am Anfang aß ich viele Süßigkeiten.  Aber das dauerte nur 1-2 Wochen. Und dann geschah was ganz tolles: mein Körper forderte gewisse Nahrung.  Forderte Obst, Gemüse,  Milchprodukte, was mir dann auch schmeckte. 

Meine Ernährung ist eine ganz eine andere. Ich esse mit Freude zum Beispiel Frühstück Hafenbecken, zu Mittag Fleisch mit Gemüse,  Nachmittags Obst. Ich verdrücke nun alleine zwei Mangos oder ein Pfund Erdbeeren. Wenn kein Obst und Gemüse da ist,  werde ich unruhig.  Ich esse auch jetzt noch Süßigkeiten, meine Ernährung ist noch nicht perfekt,  aber es wird.  Trinke hauptsächlich Wasser. Gewisse Getränke sind mir inzwischen zu süß.  Es macht mir Spaß!  Ich erlaube mir,  Hunger zu haben und dann auch zu essen. Immer mehr Sachen schmecken mir nicht mehr. Ich ernähre mich zu 80 % von gesunden Lebensmitteln.  Ich probiere neue Lebensmittel offener, nicht mehr voreingenommen -und siehe da, viele Sachen schmecken gut, kommen mit auf den Speiseplan.  Natürlich gibt es aber auch welche,  die mir einfach nicht schmecken. 

Mein Gewicht – das macht was es will. Leider bin ich eine der wenigen,  die aufgrund einer Erkrankung übergewichtig sind. Selbst wo ich mich ungesund ernährt habe, habe ich Kalorien gezählt und bin nie auf meinen Kalorienbedarf, der mir ausgerechnet wurde, gekommen. Ich wiege mich nicht mehr. Meine Ernährung wird immer besser und gesünder, ich will nichts mehr verändern.  

Was ich euch damit sagen will,  ist, dass diese Wandlung möglich ist.  Es hat keiner bei mir damit gerechnet. Ich möchte den Personen,  denen es so ähnlich geht wie es mir ging,  Mut machen.  Es ist keine Empfehlung, sondern es ist was ich erlebt habe.  

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